Adventskalendergeschichte Teil 24/24

Er hörte auf zu husten, und die fremde Frau gab ihm den Becher zurück. Im Nebenraum lief immer noch das Radio. „… wird die Unterstützung der Bevölkerung benötigt. Der 38-Jährige hat vor vier Tagen nach einer häuslichen Auseinandersetzung die Wohnung verlassen. Er hat eine Kopfverletzung erlitten und benötigt ärztliche Hilfe.“ Auf einmal war das unwohle Gefühl weg, und die Erinnerung war wieder da. Die richtige Erinnerung. Er hatte Malin nicht getötet. Wie denn auch, sie war eine Boxerin. Sie war stärker als er. Es war alles die ganze Zeit in seinem Kopf gewesen, er hatte es nur falsch zusammengesetzt.

Sie hatte ihn an den Schultern gepackt und geschüttelt, zuerst nur ganz leicht. Er sollte aufhören zu reden, denn sie wollte das alles nicht hören, konnte seine Vorwürfe nicht mehr ertragen. Er hatte sie lauernd angesehen, und dann, urplötzlich, hatte er seine Schultern gestrafft, das Kinn gereckt und sie herausfordernd angesehen. Er hatte ihre Hände abgestreift, als wären sie ein alter Schal, den er nicht mehr benötigte. “Verschwinde doch einfach. Das Kind kann sowieso nicht von mir sein.”

Sprachlos hatte sie die Hände sinken lassen, dann ihre Rechte gehoben und ihm eine Ohrfeige gegeben. Doch anstatt zurückzuweichen, schrie er sie an und ging auf sie los. Das war zu viel, sie griff sich den erstbesten massiven Gegenstand und schlug damit auf seinen Kopf ein, und erst, als er reglos auf dem Teppich lag und Blut aus seinem Ohr sickerte, hörte sie auf.

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