Ende des NaNoWriMo 2015: Ein Resümee

Zack, schon ist der November herum. Mit meinem NaNoWriMo-Mogelprojekt habe ich in diesem Jahr erstmals am National Novel Writing Month teilgenommen – in einer abgeschwächten Version. Und, was ist daraus geworden…?

Habe ich 50.000 Wörter in einem Monat geschrieben? Nein, leider nicht. Daher an dieser Stelle erstmal ein fettes „Herzlichen Glückwunsch“ an alle, die es geschafft haben! Wahnsinn! Dazu gehört schon einiges an Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und Organisationstalent. Jeder NaNoWriMo-Gewinner (oder Beinahe-Gewinner) hat meinen Respekt.

Ich habe das Ziel von 50.000 Wörtern deutlich unterschritten, tatsächlich gab es nur sieben Tage im vergangenen Monat, an denen ich 1.667 Wörter oder mehr geschrieben habe, an den übrigen Tagen lag ich darunter. Aber: Ich habe auf jede Fall mehr geschrieben, als ich es ohne den Versuch einer NaNoWriMo-Teilnahme getan hätte. Und: Ich habe einige Dinge verändert, von denen ich auch künftig beim Schreiben profitieren werde.

  • Häufigere und längere Schreibzeiten können recht zermürbend sein, wenn der Arbeitsplatz nicht einladend und bequem ist. Ich habe meinen Schreibplatz stark entrümpelt, mir einen neuen Schreibtischstuhl angeschafft und kann mich nun besser auf das Wesentliche konzentrieren.
  • Wenn ich mehr schreibe, nimmt meine Tendenz zu, nicht chronologisch vorzugehen. In dem Moment, wo ich an einer Szene arbeite, ist mir vollkommen klar, an welcher Stelle sie stehen soll, aber im Nachhinein ist die Zuordnung manchmal etwas schwierig. Manchmal auch sehr schwierig. Und manchmal denke ich beim Blättern in meinem Notizbuch: Zur Hölle, warum redet der Typ in der Szene andauernd von Agatha? Die ist doch seit Weihnachten tot? Und wenn sie noch lebt, warum trägt er dann die Halskette, die er zu Weihnachten bekommen hat? Wann soll das alles passiert sein?
    Um solche Schwierigkeiten zu vermeiden, habe ich mir nun Scrivener besorgt, und ich bin wirklich begeistert. Scrivener ermöglicht es mir, die Szenen direkt an der richtigen Stelle im richtigen Kapitel zu platzieren (wobei man sie auch im Nachhinein unkompliziert verschieben kann). Zudem gibt es mehrere Möglichkeiten, sich Zusammenfassungen oder Zusatzinformationen zu bereits vorhandenen und noch entstehenden Szenen übersichtlich darstellen zu lassen. Informationen zu den Figuren und Schauplätzen sowie Rechercheergebnisse kann man ebenfalls auf praktische Art unterbringen, und die „Split-Screen“-Option ermöglicht es, Dokumente aus dem Recherchebereich anzeigen zu lassen, während man in einem Teil des Fensters am Manuskript arbeitet. So kann man sich z. B. einen Grundriss ansehen, während man beschreibt, wie sich eine Romanfigur durch das Haus bewegt. Die Möglichkeiten sind endlos, und ich bin soweit sehr angetan von Scrivener, würde aber jedem empfehlen, sich das kostenlose Tutorial reinzuziehen, weil einige Funktionen nicht unbedingt selbsterklärend sind.
  • Ganz wichtiger Punkt: Zeit. Es waren arbeitsreiche Wochen, hinzu kamen viele private Dinge, die ich zu regeln hatte. An manchen Tagen war ich erst gegen halb zwölf zu Hause – klar kann ich mir dann noch ein paar Worte abringen, aber allzu lange halte ich in so einem Fall nicht mehr durch, jedenfalls nicht, wenn der nächste Tag auch ein Werktag ist. Positiv ist mir dagegen aufgefallen, dass ich an den Tagen, an denen wirklich Zeit vorhanden war, auch recht emsig geschrieben habe. Mein Vorsatz ist daher, mir künftig einen Tag in der Woche zum Schreiben freizuhalten und mir im nächsten Jahr unbedingt mal eine Woche „Schreibferien“ zu gönnen, in denen ich mich ganz meinen Projekten widmen kann. Ob das dann zu Hause, woanders oder sogar in Form eines organisierten Schreibretreats passieren wird, weiß ich noch nicht – über Vorschläge und Erfahrungen in dieser Hinsicht freue ich mich natürlich!
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