Warum ich immer noch auf anderer Leute Internetzugang angewiesen bin

Wenn man innerhalb einer deutschen Großstadt umzieht und das mehr als einen Monat im Voraus ankündigt, sollte es kein Problem sein, dort zeitnah einen Internetzugang zu erhalten. Dachte ich in meiner grenzenlosen Naivität, bevor ich es versuchte.

Etliche Mails, Briefe und Anrufe später weiß ich, dass dieser Optimismus fehl am Platze war. Und dass sich manche Menschen große Mühe geben, es aber einfach nicht besser hinkriegen. „Wir haben ganz häufig versucht, Sie zu erreichen“, sagte mir ein Mitarbeiter des Servicetelefons, „Wir wollten Ihnen mitteilen, dass Ihr Anschluss nicht freigeschaltet werden konnte!“ – „Unter welcher Nummer haben Sie denn angerufen?“ – „Na, auf Ihrem Festnetzanschluss, 040…“ Alles klar. Er ruft mich also auf meinem nicht freigeschalteten Festnetzanschluss an, um mir mitzuteilen, dass mein Anschluss bei einem Termin, bei dem ich persönlich anwesend war und folglich mitbekommen habe, was passiert ist, nicht freigeschaltet werden konnte. Und das versucht er nicht nur einmal, sondern mehrfach. Und es kommt ihm gar nicht komisch vor. In einem Roman würde ich diese Situation relativ schlecht ausgedacht finden.

Übernächste Woche soll es dann aber wirklich klappen, behauptet zumindest der kompetente Servicemitarbeiter. Ich freue mich darauf. Am Anfang habe ich mir die Situation als grandiose Selbsterfahrung schöngeredet, aber inzwischen bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich Freunde besuche, nur um bei ihnen ins Internet zu gehen.

Dass sich die Frequenz meiner Blogbeiträge deutlich verringert hat, liegt also nicht daran, dass ich nicht genügend spannenden Lesestoff hätte – im Gegenteil. Im Urlaub habe ich mehrere großartige Bücher gelesen, und gerade lese ich „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ von Clemens Setz. „Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck und „Über den Winter“ von Rolf Lappert stehen ebenfalls auf meiner Leseliste. Es bleibt also zu hoffen, dass ich ab übernächste Woche wirklich wieder in den Genuss eines regelmäßigen Internetzugangs kommen werde. Und wenn nicht, ruft mich der freundliche Servicemitarbeiter bestimmt an, um mir das zu sagen. Vielleicht versucht er es dieses Mal auf meiner Handynummer…

Am besten gefällt mir immer noch der Grund, aus dem es bisher nicht geklappt hat, den Anschluss freizuschalten: Ein Handwerker hat den Anschlusskasten im Keller zugefliest und fein säuberlich mit Silikon verfugt. Eine echte Fleißarbeit, zu der ich dem guten Mann recht herzlich gratulieren möchte – die aber in Kürze von einem anderen Handwerker mit einem Stemmeisen zunichte gemacht werden wird. Ich frage mich bloß: Was dachte der, wozu so ein Kasten gut ist? Zur Zierde?!

Was war eure blödeste Umzugspanne? Und wie lange musstet ihr warten, bis ihr nach einem Umzug wieder in den eigenen vier Wänden telefonieren und ins Internet gehen konntet?

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