Ein schnelles Krimivergnügen: „Schlagzeile“ von Rolf von Siebenthal

IMG_20150724_122534Dieses Buch ist mir als Leseexemplar von Lovelybooks zur Verfügung gestellt worden, und es ist wirklich spannend. Ehrenwort. Ich würde es sagen, wenn es nicht so wäre… Nachdem „Fördewölfe„, mein letztes Leseexemplar, mich nicht überzeugt hatte, war dieser Krimi wieder ganz nach meinem Geschmack.

Ein Journalistenkrimi

Die Hauptfigur des Romans ist Max Bollag, ein Redakteur des „Liestaler Tagblatt“. Seine Kollegin Tanja wird tot in ihrem Auto gefunden. Bald stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen Unfall handelte, und Bollag gerät unter Mordverdacht. Gemeinsam mit Rebecca Tobler, einer ehrgeizigen jungen Volontärin, stellt er Recherchen an, denn er glaubt, dass seine Kollegin sterben musste, weil sie bei ihren Recherchen einem Verbrechen auf die Spur gekommen sei.

Glaubwürdige Figuren

Obwohl zahlreiche Figuren in diesem Krimi vorkommen, werden alle individuell und glaubwürdig charakterisiert. Mir gefällt es, wenn auch mal eine kleine Schwäche oder ein absurder Gedanke einer Figur geschildert wird. Ein Beispiel: In „Schlagzeile“ denkt einer der Polizisten daran, dass er versehentlich seine Unterhosen zusammen mit einem roten Kleidungsstück gewaschen hat, weswegen sie nun rosa gefärbt sind. Er macht sich dann Sorgen, dass er ausgerechnet an diesem Tag im Dienst angeschossen werden könnte – denn dann müsste er notärztlich versorgt werden und seine rosa Unterhosen würden zum Gesprächsthema. Bei seinem Pech, so malt er es sich aus, würde er die Schusswunde auch noch überleben und wäre dann jahrelang dem Spott seiner Kollegen ausgesetzt… Solche etwas versponnenen Gedanken gefallen mir, denn sie machen die Figuren menschlich.

Auch das Arbeitsleben der Hauptfiguren, das sich zum Teil in der Zeitungsredaktion abspielt, ist sehr glaubwürdig dargestellt. Die Abläufe in Redaktionen und allgemein die Zustände in der Medienwelt, auch was mangelnde Jobsicherheit und fehlende Einstiegs- und Aufstiegschancen angeht, sind treffend wiedergegeben.

Spannende Unterhaltung, an der ich fast nichts auszusetzen habe

Der Krimi nimmt sehr schnell an Fahrt auf, was damit zusammenhängt, dass für mehrere Figuren wirklich etwas auf dem Spiel steht. Es ist nun sicher kein Buch, für das man sich mit dem Cognakschwenker in der Hand am Kaminfeuer ein paar entspannte Abende macht und dabei jeden Satz auf der Zunge zergehen lässt – aber es ist ein gelungener, spannender Krimi; ich habe „Schlagzeile“ innerhalb eines Tages durchgelesen. Die Erwartungen, die ich an einen Krimi habe, wurden voll und ganz erfüllt, und es gab sogar noch eine kleine Überraschung am Schluss, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Nur zwei Dinge haben mich leicht irritiert: Die Schweizer Flüche, über die ich beim Lesen etwas gestolpert bin, und die Tatsache, dass eine Figur namens „Petra Mangold“ konsequent als „Mangold“ bezeichnet wurde. Eine Frau ausschließlich beim Nachnamen zu nennen, finde ich eher ungewöhnlich, aber da der männliche Protagonist auch meistens als „Bollag“ bezeichnet wurde, ist es im Grunde nur konsequent.

Fazit

Ein cleverer Krimi mit glaubwürdigen Charakteren und überraschenden Wendungen. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe – der erste Teil heißt „Schachzug„, der zweite Teil „Höllenfeuer„. Ich denke, ich werde mir die beiden anderen Bücher bei Gelegenheit ebenfalls gönnen; vorerst war „Schlagzeile“ aber absolut verständlich, auch ohne dass ich die ersten beiden Fälle kannte.

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