Mit Büchern leben

Neulich gab es eine tolle Blogparade zum Thema #MeinBücherregal. Ich hatte mir fest vorgenommen, mitzumachen, aber die Idee nach einem halbherzigen Fotoversuch wieder verworfen. Grund: Bei mir sieht es furchtbar aus. Denn so sehr ich gedruckte Bücher liebe, sie haben einen großen Nachteil. Sie nehmen Platz weg, den ich aktuell nicht habe.

Messiealarm durch Platzmangel

Seit einem Vierteljahr wohne ich mit meinem Freund in einer 1-Zimmer-Wohnung, weil er aus einer anderen Stadt hierher gezogen ist und weil wir uns dachten: Wir müssen jetzt nicht drei Wohnungen (seine, meine und eine neue, gemeinsame Wohnung) gleichzeitig bezahlen.

Es ist nur für den Übergang, haben wir gesagt. Nun ist es nicht ganz einfach, mitzukriegen, wann es sich nicht mehr um einen Übergang, sondern einen Dauerzustand handelt. Solche Dinge haben ja die unangenehme Eigenschaft, schleichend vonstatten zu gehen, und eines Morgens wacht man auf und denkt: Zur Hölle. Wir sind zwei Menschen, haben mehrere Hundert Bücher, außerdem eine unüberschaubare Menge an CDs, Haustieren und Sammelobjekten. Bei uns sieht es aus wie in einer dieser Scripted-Reality-Lebenshilfe-Sendungen im Privatfernsehen. Wir haben seit drei Monaten nicht mehr zu Hause an einem Esstisch gegessen, weil wir keinen Esstisch mehr haben; keine Freunde mehr nach Hause eingeladen (ebenfalls, weil wir keinen Tisch mehr haben. Freunde haben wir zum Glück immer noch) und können uns nicht aneinander vorbei bewegen, ohne diesen Wunsch zu verbalisieren. Wie in diesem Kinderspiel, in dem man das rote Auto an den anderen Autos vorbei manövrieren muss, muss sich dann einer von uns ein paar Schritte zurückziehen und in eine Nische zwischen zwei Möbelstücken quetschen, damit der andere den schmalen Gang zwischen all dem Zeugs passieren kann.

Das Ende ist nah

Warum ich all das nun aufschreibe: Weil es bald vorbei ist. Wir haben uns auf Wohnungssuche begeben. Und obwohl wir in einer Gegend leben, die als „stark nachgefragter Ballungsraum“ bezeichnet wird (was ein Euphemismus ist für: „Bei einer Besichtigung überflutet eine skrupellose Menschenmenge die Wohnung, das Treppenhaus und ca. 20 m des Gehwegs davor; Ziel ist es, notfalls unter Einsatz von Ellenbogen und Kinderwagen, zum Vermieter durchzudringen), sind wir in erstaunlich kurzer Zeit fündig geworden.

Im September ziehen wir in eine deutlich größere Wohnung, und ich bekomme endlich wieder ein eigenes Zimmer. Seitdem das feststeht, schwelge ich in Bücherregal-Phantasien üppigster Art, habe mir sämtliche Fotos aus der Bücherregal-Blogparade angeschaut, bei Freunden und Bekannten die Augen offen gehalten und hier und da etwas gegooglet und gepinterestet.

Meine Favoriten:

  • Das gigantische zweireihige Bücherregal, das auf leckerekekse.de vorgestellt wird. Die vorderen Regale sind beweglich. Diese Idee finde ich großartig, besser kann man den Platz nicht nutzen. Allerdings befürchte ich, dass wir das in einer Mietwohnung mit relativ hochwertigem Fußboden (den wir nicht selber verlegt haben) nicht umsetzen können. Die untere Schiene muss vermutlich irgendwie im Boden verankert werden, und da wird es dann kritisch bzw. im Nachhinein kostenintensiv…
  • Die Lösung von http://www.hisandherbooks.de, die nur aus waagerecht verlaufenden Regalbrettern besteht, finde ich optisch sehr angenehm. Es ist ungewohnt, dass die senkrechten Bretter wegfallen, und die Überlappungen lockern das Ganze etwas auf. So etwas könnte ich mir sehr gut für mein neues Zimmer vorstellen.
  • Die Bücher selbst waagerecht zu positionieren, so wie in diesem Regal (das ich zu dem Preis nie kaufen würde – aber evtl. kann man so etwas in der Art selber bauen), gefällt mir ebenfalls sehr gut. Allerdings sehe ich den Nachteil, dass die Umschläge einiger Bücher wohl durch ihre Position stärker einstauben würden. Daher bin ich noch unentschlossen.
  • Bei meiner Suche habe ich noch diese Auflistung von 55 Ideen für selbst gebaute Bücherregale gefunden. Es sind nicht wirklich 55 Ideen, sondern 55 Fotos von einer sehr überschaubaren Anzahl an Ideen, und einige davon haben den Nachteil, dass man so nur sehr wenige Bücher unterbringen kann, aber einige haben mir auch gut gefallen. Besonders die Varianten, bei denen man Ziegelsteine oder Ytong stapelt und die waagerechten Regalböden einfach dazwischenlegt, finde ich cool. Aber: Ich hätte Angst, dass kleine Kinder oder betrunkene Freunde das Ding irgendwann zum Einsturz bringen. Und: Wo kriegt man so eine Menge an Steinen her?
  • Dieses Mandala-Bücherregal ist wunderschön, aber sicher nicht ganz einfach zu realisieren, zumal ich a) in meinem Leben erst ein einziges Möbelstück alleine zusammebgebaut habe, und b) komplett ausraste, wenn etwas nicht exakt symmetrisch ist.
  • Ein Lese-Alkoven wäre absolut großartig. Ob etwas in der Art in einer angenehmen Größe in meinem neuen Zimmer möglich wäre, muss ich noch ausmessen.

Wenn ihr noch weitere Ideen habt, immer her damit, ich freue mich über Vorschläge…

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