Poetry Slam: Mein erster Auftritt

Am Donnerstag bin ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Poetry Slam aufgetreten. Vorher saß ich einige Male im Publikum, fühlte mich meistens sehr gut unterhalten, spürte manchmal eine gewisse Sehnsucht, selber da vorne zu stehen, und hatte irgendwann den Gedanken: Hey, vielleicht könnte ich das ja auch. Solche Gedanken hege ich allerdings auch, wenn ich über Töpfermärkte schlendere, Museen besuche oder die olympischen Spiele gucke, insofern war mir von vornherein klar, dass meine Zuversicht sich durchaus als unangebracht erweisen könnte. Nichtsdestotrotz ereilte mich vor einigen Wochen ein akuter Anfall von Größenwahn und ich schrieb den Veranstaltern des Poetry Slam Hunting Words in der Mathilde Bar in Ottensen, dass ich gerne mal mitmachen würde.

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Enttäuschend: „Die Vermissten“ von Caroline Eriksson

Eine Frau macht mit Mann und Kind eine Bootstour. Sie fahren zu einer kleinen Insel inmitten eines Sees. Die Frau bleibt im Boot sitzen, der Mann und die Tochter wollen einen Erkundungsspaziergang über die Insel machen. Sie kehren nicht zurück. Verzweifelt sucht die Frau die Insel ab, findet niemanden. Ein anderes Boot hat sie nicht gehört, eine Brücke zum Festland gibt es nicht. Wo sind die beiden?

– So lautet die Ausgangsfrage in „Die Vermissten“ von Caroline Eriksson. Enorm spannend, wie ich fand, und mir war mal wieder nach Spannung. Außerdem hatte irgendwer das Buch mit „Gone Girl“ von Gillian Flynn verglichen, was ich – wie alle Bücher von Gillian Flynn – verschlungen habe. Darum glaubte ich, mit diesem neuen Psychothriller aus dem Penguin Verlag genau richtig zu liegen. Leider erwies es sich als ärgerlicher Fehlkauf.

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Ein bisschen Twilight für Arme: „Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch

Ich finde es immer wieder interessant, erfolgreiche Bücher zu lesen und zu überlegen, was diese Bücher so beliebt macht. Über einen Thread in der Autorenwelt wurde ich auf den Roman „Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch aufmerksam, der sehr viele positive Kundenrezensionen auf Amazon erhalten hat. Als ich dann noch las, dass der Rowohlt-Verlag eine Neuauflage herausgebracht hat, war mein Interesse geweckt.

(Anmerkung/Spoilerwarnung: Im Folgenden nenne ich einige Details zu dem Buch, die nicht aus dem Klappentext zu entnehmen sind. Wer sich überraschen lassen will, sollte daher nicht weiterlesen.)

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Mutig und rätselhaft: „Wie Ihr wollt“ von Inger-Maria Mahlke

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Wie Ihr wollt“ ist ein fesselnder, ungewöhnlich gestalteter historischer Roman, der im letzten Jahr auf der Shortlist zum Buchpreis stand. Er spielt im Jahr 1571: Die kleinwüchsige Mary Grey steht unter Hausarrest. Sie ist bei der Herrscherin Elizabeth I., mit der sie verwandt ist, in Ungnade gefallen, hat fast ihre gesamte Familie verloren und ist nun auf sich allein gestellt.

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